Die Zukunft der mobilen Reparatur: Innovation und Nachhaltigkeit laut dem CEO von Foneday
01-07-2025 • Lesezeit: 11 min
Seit der Gründung im Jahr 2015 hat sich Foneday stark entwickelt – von einem Anbieter in einem Nischenmarkt zu einem vertrauenswürdigen Partner für Reparaturprofis in ganz Europa. In einem Interview mit SecondaryMarket.news spricht Gründer und CEO Mustafa Afshar über dieses Wachstum, unser stetig wachsendes Dienstleistungsangebot und die strategischen Entscheidungen, mit denen wir weiterhin Innovationen vorantreiben. Von Logistik und Nachhaltigkeit bis hin zu intelligenten digitalen Lösungen wie Repender geben wir einen Einblick, wie wir gemeinsam die Zukunft der mobilen Reparatur gestalten.
Entwicklung der Kunden
SecondaryMarket.news: Können Sie beschreiben, wer heute Ihr typischer Kunde ist und wie sich dessen Bedürfnisse seit der Gründung von Foneday im Jahr 2015 verändert haben?
Foneday: Unsere Kundenbasis ist breit aufgestellt und fest im europäischen Markt verankert. Die meisten unserer Kunden sind seit vielen Jahren in der Reparaturbranche tätig. Zu ihren wichtigsten Anforderungen zählen hochwertige Produkte, eine konstante Verfügbarkeit sowie fortschrittliche IT-Automatisierung. Vor allem verlassen sie sich auf die Zuverlässigkeit unseres Services und unseres Sortiments, um ihre eigenen Kunden bestmöglich bedienen zu können.
Entwicklung des Sortiments
SecondaryMarket.news: Foneday begann als Anbieter von Handy-Ersatzteilen. Wie hat sich Ihr Sortiment im Laufe der Zeit entwickelt, und wie balancieren Sie heute zwischen Original-, High-Copy- und Refurbished-Teilen?
Foneday: Wir investieren stark in unsere Produkte und deren Qualität und planen, dies in Zukunft noch weiter auszubauen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass unsere Kunden gut über die verschiedenen Qualitätsstufen am Markt informiert sind. Das erfordert eine klare Struktur – insbesondere online in unserem Webshop – sowie umfassende Schulungen für unser Vertriebsteam.
In den vergangenen Jahren konnten wir den Markt spürbar beeinflussen. Immer mehr Großhändler erkennen, dass dieser Ansatz besser den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden entspricht. Qualität bedeutet nicht nur Kaufen und Verkaufen – sie bedeutet, einen Schritt weiterzugehen: die Herkunft zu kennen, Produkte zu testen, Einfluss auf die Produktion beim Hersteller zu nehmen und ein Produkt zu liefern, hinter dem man voll und ganz steht. Genau darin liegt die Stärke von Foneday – und das spiegelt sich in der Performance unserer Produkte wider. 97 % der Kunden, die unsere Produkte testen, werden langfristige Partner. Unser Ziel ist es nicht nur zu verkaufen, sondern echten Mehrwert für Reparaturbetriebe zu schaffen – durch Marktverständnis, ein starkes Team und konsequente Qualitätskontrolle.
One-Stop-Shop-Erlebnis
SecondaryMarket.news: Sie bezeichnen sich als One-Stop-Shop. Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden? Können Sie den Bestellprozess von der Auswahl bis zur Lieferung beschreiben?
Foneday: Bei Foneday finden Kunden eine große Auswahl an Ersatzteilen, Zubehör und Werkzeugen für nahezu jede Marke und jedes Modell – alles, was ein Reparaturprofi benötigt. Unser Fokus liegt darauf, unseren Partnern zu helfen, keine Verkaufschancen zu verpassen. Deshalb bieten wir ein breites und vielfältiges Sortiment an – nicht nur die profitabelsten Produkte. In unserer Unternehmenskultur bedeutet Gewinn vor allem Kundenzufriedenheit. Echter Gewinn entsteht, wenn unsere Partner ihre Kunden besser bedienen können – egal ob es um ein Display für ein älteres Nokia oder das neueste Zubehör geht.
Zusätzlich bieten wir NOVANL an: unsere eigene Marke für Premium-Zubehör, die hohe Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen liefert. Außerdem haben wir kürzlich Repender eingeführt – eine Komplettlösung mit POS-System, Webshop-Preis-Plugin und CRM-Tools. Repender automatisiert Reparaturtermine, Kundenkommunikation, Teilebestellungen aus unserem Webshop und vieles mehr. Unser One-Stop-Shop-Modell unterstützt unsere Partner von A bis Z – bei Ersatzteilen, Zubehör und Softwarelösungen.
Geografische Präsenz & Strategie
SecondaryMarket.news: Foneday ist in mehr als 14 Ländern aktiv. In welchen Märkten sind Sie am stärksten, und welche Strategien stehen dahinter?
Foneday: Wir sind in über 14 europäischen Ländern aktiv. In den meisten Märkten arbeiten wir mit lokalen Account Managern, die Sprache und Kultur verstehen und unsere Dienstleistungen entsprechend anpassen können. Unser Kernmarkt ist die Niederlande, aber umsatzseitig sind wir in Deutschland, Italien und Dänemark größer.
Unser Erfolg im niederländischen Markt – mit hoher Konkurrenz und vielen Anbietern – sehen wir als starken Indikator für Wachstumspotenzial in ganz Europa. Unser größtes Wachstum entsteht durch Empfehlungen. Als Team entwickeln wir uns täglich weiter, verbessern die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen. Zufriedene Kunden teilen ihre Erfahrungen und helfen uns, weitere Reparaturprofis in Europa zu erreichen.
Next-Day-Delivery-Logistik
SecondaryMarket.news: Sie bieten Next-Day-Delivery an. Welche Infrastruktur ist notwendig, um diese Geschwindigkeit zu gewährleisten?
Foneday: Schnelle Lieferung ist entscheidend. Unsere Kunden sind darauf angewiesen, um ihre eigenen Kunden zu bedienen. Für internationale Sendungen bieten wir verschiedene UPS-Services sowie DHL Express an. Dank hoher Versandvolumina können wir attraktive Konditionen anbieten.
Bestellungen, die vor 19:30 Uhr eingehen, werden noch am selben Tag verarbeitet und versendet. Unsere Zustellzuverlässigkeit für Next-Day-Lieferungen liegt bei 98 %, basierend auf UPS-Daten. Unser Logistikteam arbeitet proaktiv, um alle beeinflussbaren Faktoren optimal zu steuern.
Competitive Advantage
SecondaryMarket.news: Was unterscheidet Foneday von anderen Großhändlern?
Foneday: Unser Fokus liegt seit Beginn auf dem Kunden. Wir haben uns immer gefragt: Was würden wir selbst erwarten? Produktqualität, Bestellerlebnis, After-Sales – alles wird aus dieser Perspektive gestaltet. Diese Denkweise hebt uns ab.
Nachhaltigkeit
SecondaryMarket.news: Nachhaltigkeit spielt bei Foneday eine große Rolle. Können Sie Beispiele nennen?
Foneday: Nachhaltigkeit ist zentral in unserer Branche. Wir reduzieren Elektroschrott durch Reparaturen. Seit Beginn nutzen wir plastikfreie, umweltfreundliche Verpackungen und setzen auf nachhaltige Logistik und Gebäude.
Gemeinsam wachsen
SecondaryMarket.news: Ihr Motto lautet „Achieving More Together“. Wie setzen Sie das um?
Foneday: Es geht um Kultur und Zusammenarbeit. Wachstum entsteht durch gemeinsame Ziele und Lösungen, von denen alle profitieren.
Einführung von Repender
SecondaryMarket.news: Was war der Bedarf hinter Repender?
Foneday:Wir wollten den Reparaturprozess vereinfachen – von Terminbuchung bis Bestellung. Repender automatisiert viele Prozesse und steigert Effizienz und Professionalität.
Repender umfasst ein Kassensystem (POS), ein CRM, Gerätelisten sowie synchronisierte Reparaturservices und Preise im Webshop, sodass Werkstätten nicht ständig alles manuell aktualisieren müssen. Wir haben uns die Zeit genommen, das System auf einer soliden IT-Grundlage sorgfältig aufzubauen. Die Idee bestand schon seit einiger Zeit. Als Ken, ein Mitarbeiter mit Erfahrung sowohl als Softwareentwickler als auch als Inhaber einer Reparaturwerkstatt, in seiner Freizeit daran zu arbeiten begann, haben wir uns entschieden, das Projekt vollständig voranzutreiben. Heute arbeitet er in Vollzeit an Repender.
Die Zukunft der Reparaturbranche
SecondaryMarket.news: Wie sehen Sie die Entwicklung des mobilen Reparatursektors in den nächsten drei bis fünf Jahren, insbesondere in Europa?
Foneday: Unsere Branche entwickelt sich weiter und wird zunehmend reifer. Verbraucher achten immer stärker auf Qualitätsunterschiede. Reparaturbetriebe, die auf Qualität und Sorgfalt setzen, werden wachsen, während andere Marktanteile verlieren. Refurbished-Anbieter werden einen Teil des Volumens übernehmen, dennoch werden sich viele Verbraucher weiterhin für Reparaturen oder hochwertige refurbished Geräte entscheiden, da neue Modelle oft nur einen geringen tatsächlichen Mehrwert bieten. Foneday verfolgt das Ziel, sich als führender Anbieter von Ersatzteilen, Zubehör und intelligenten Softwarelösungen zu positionieren. Mehr Transparenz und klare Wahlmöglichkeiten – zwischen Original- und Aftermarket-Teilen – sind für die gesamte Branche von Vorteil.
Auswirkungen des Right to Repair
SecondaryMarket.news: Mit der zunehmenden Bedeutung der Right-to-Repair-Gesetzgebung in Europa: Welche Veränderungen beobachten Sie bei der Kundennachfrage oder den Einkaufsstrategien?
Foneday: Die Gesetzgebung hat einen positiven Einfluss. Smartphone-Hersteller werden dazu angeregt, Originalteile sowohl für Reparaturbetriebe als auch für Endverbraucher verfügbar zu machen. Das stärkt das Vertrauen in die Branche und fördert Investitionen in hochwertige OEM- und Aftermarket-Teile. Wenn Verbraucher mehr als 1.000 € für ein Gerät bezahlen, sollten sie die freie Wahl haben, wie es repariert wird – einschließlich der Nutzung von Originalteilen. Die Right-to-Repair-Bewegung hat in Europa durch Lobbyarbeit und Zusammenarbeit bereits große Fortschritte erzielt.
Innovation aus dem Unternehmen heraus
SecondaryMarket.news: Foneday legt großen Wert auf Innovation und Eigenverantwortung in der Unternehmenskultur. Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem eine Mitarbeiteridee zu einer neuen Dienstleistung oder Verbesserung geführt hat?
Foneday: Wir fördern eine offene Unternehmenskultur, in der Ideen aus allen Abteilungen willkommen sind. Ein gutes Beispiel ist Repender: Die Grundidee existierte bereits, aber als Ken begann, eigenständig daran zu arbeiten, gewann das Projekt an Dynamik. Wir erkannten das Potenzial und entwickelten es zu einem offiziellen Unternehmensprojekt weiter. Heute arbeitet er in Vollzeit daran.
Herausforderungen im Wachstum
SecondaryMarket.news: Was sind aktuell die größten Herausforderungen für Foneday als schnell wachsender B2B-Anbieter, und wie gehen Sie damit um?
Foneday: Qualität vor Quantität – das ist unsere oberste Priorität. Wir möchten jeden Kunden genauso gut betreuen wie damals, als wir noch hundert Kunden hatten. Das erfordert vollen Einsatz des gesamten Teams. Besonders die Logistik stellt eine große Herausforderung dar: Mit unserem Wachstum müssen wir weiterhin Bestellungen mit derselben Präzision und Geschwindigkeit abwickeln. Dank unseres klaren Fokus gelingt uns das bisher sehr gut. Für die Zukunft planen wir ein deutlich größeres, automatisiertes Logistikzentrum.
Vision
SecondaryMarket.news: bschließend: Wie sieht Ihre Vision für Foneday in den nächsten fünf Jahren aus? Bleibt der Fokus auf Ersatzteilen und Zubehör oder planen Sie eine breitere digitale Strategie?
Foneday: Wir sind stolz darauf, über 6.000 Kunden in ganz Europa als Haupt- oder Zweitlieferant zu betreuen. Ihr Vertrauen hat für uns höchste Priorität. Unsere Mission ist es, sie kontinuierlich zu unterstützen, indem wir täglich in Qualität, Service und intelligente IT-Lösungen investieren.
Wir bleiben unserem Kerngeschäft treu und differenzieren uns durch echten Mehrwert – nicht durch die Erweiterung in irrelevante Produktkategorien. Unser Ziel ist es, der One-Stop-Shop zu sein, der alles liefert, was Reparaturbetriebe benötigen. In den kommenden fünf Jahren werden wir unser Wachstum in Europa weiter ausbauen, zusätzlichen Mehrwert schaffen und einen nachhaltigen positiven Einfluss auf unsere Branche erzielen.
Dieses Interview wurde dank SecondaryMarket.news ermöglicht. Den Originalartikel finden Sie auf deren Website.
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